Eine Tiefenmassage arbeitet mit kräftigem, langsamem Druck auf tiefer liegende Muskelschichten und das Bindegewebe. Sie soll Verhärtungen lockern, die durch Fehlhaltungen, einseitige Belastung oder Stress entstehen. Deshalb fühlt sie sich deutlich intensiver an als eine reine Entspannungsmassage.
Was ist eine Tiefenmassage?
Viele Massagen setzen auf sanfte Streichungen, die vor allem entspannen. Die Tiefenmassage geht dagegen gezielt in die Tiefe. Die Behandlerin oder der Behandler arbeitet mit Daumen, Fingerknöcheln, Handballen oder Unterarm. Dabei bewegt sie sich langsam entlang der Muskelfasern, damit der Druck auch Schichten unter der oberflächlichen Muskulatur erreicht.
Die Grundlage bilden Griffe aus der klassischen Massage, etwa Kneten und Reiben. Hinzu kommen Dehnungen und anhaltender Druck auf einzelne verhärtete Stellen. Diese Arbeit an einzelnen Punkten ähnelt der Triggerpunktmassage.
Ablauf einer Behandlung
Zu Beginn wärmt die Behandlerin das Gewebe mit flächigen Streichungen auf. Erst danach steigert sie den Druck Schritt für Schritt. Typisch ist ein langsames Tempo, denn tiefe Schichten geben unter schnellem Druck kaum nach.
Ein Ziehen oder leichter Druckschmerz ist bei dieser Technik normal. Stechende Schmerzen sind hingegen ein Signal zum Abbrechen. Sagen Sie deshalb sofort Bescheid, wenn Ihnen der Druck zu stark wird. Am Tag danach kann sich die behandelte Stelle ähnlich wie bei einem leichten Muskelkater anfühlen.
Wofür die Tiefenmassage genutzt wird
Häufig suchen Menschen eine Tiefenmassage bei hartnäckigen Verspannungen. Typische Bereiche sind:
- Nacken und Schultern nach langer Bildschirmarbeit
- der untere Rücken bei einseitiger Belastung
- Waden und Oberschenkel nach intensivem Sport
- verspannte Muskeln, die zu Kopfschmerzen beitragen
Wie gut Massagen bei Beschwerden wirken, ist allerdings nur begrenzt untersucht. Zu Nackenschmerzen schreibt das unabhängige Portal gesundheitsinformation.de, dass Massagen möglicherweise kurzfristig helfen, gute Studien zur Wirksamkeit aber fehlen. Eine Tiefenmassage ergänzt daher Bewegung im Alltag. Bei anhaltenden Schmerzen gehört die Ursache ärztlich abgeklärt.
Wann Sie auf eine Tiefenmassage verzichten sollten
Wegen des kräftigen Drucks ist die Technik nicht für jeden geeignet. Verzichten Sie bei Fieber, frischen Verletzungen, Entzündungen, Thrombosen oder offenen Hautstellen darauf. Auch bei Osteoporose, Blutgerinnungsstörungen, der Einnahme von Gerinnungshemmern und in der Schwangerschaft klären Sie vorher ärztlich, ob die Behandlung infrage kommt.
Die üblichen Kontraindikationen einer Massage gelten hier besonders streng, weil der Druck weit ins Gewebe reicht.
Tut eine Tiefenmassage weh?
Sie ist intensiver als eine Wellnessmassage und kann an verhärteten Stellen unangenehm sein. Der Druck sollte aber immer aushaltbar bleiben.
Kann ich mich selbst so massieren?
Zum Teil. Mit einer Faszienrolle oder einem Massageball lässt sich Druck auf größere Muskeln ausüben. Die gezielte Arbeit in der Tiefe gelingt geübten Händen jedoch besser.
