Kann man einen Tennisarm mit Massage behandeln? Viele Betroffene versuchen es mit Rollen, Bällen oder den eigenen Händen. Eine Massage kann sich angenehm anfühlen und die Unterarmmuskulatur lockern. Als Behandlung allein reicht sie aber meist nicht. Dieser Ratgeber zeigt, was sinnvoll ist.
Was ein Tennisarm eigentlich ist
Beim Tennisarm schmerzt die Außenseite des Ellenbogens. Betroffen sind die Ansätze der Sehnen, die das Handgelenk strecken. Anders als früher gedacht handelt es sich laut dem Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums nicht um eine Entzündung. Wahrscheinlich spielen Verschleiß und kleine Verletzungen am Sehnenansatz eine wichtige Rolle.
Auslöser sind ungewohnt starke oder einseitig wiederholte Belastungen. Tennis ist nur ein Beispiel. Häufig betroffen sind auch Menschen, die viel am Computer arbeiten, handwerklich tätig sind, schwer heben oder ein Musikinstrument spielen.
Tipp: Unterbrechen Sie einseitige Belastungen der Unterarme regelmäßig durch kurze Pausen und Lockerungsübungen.
Lässt sich ein Tennisarm mit Massage behandeln?
Die ehrliche Antwort lautet: Massage kann Beschwerden kurzfristig lindern, ihre Wirkung ist aber nicht nachgewiesen. Das Gesundheitsportal nennt Massagen ausdrücklich unter den Verfahren, deren Nutzen beim Tennisarm bisher nicht belegt ist. Als wichtigste Behandlung gelten stattdessen gezielte Kräftigungsübungen.
Wer seinen Tennisarm mit Massage behandeln möchte, sollte sie deshalb als Ergänzung sehen. Eine lockere Unterarmmuskulatur fühlt sich für viele angenehmer an und erleichtert die Übungen.
So behandeln Sie den Tennisarm mit einer Massage am Unterarm
Dehnen Sie die Unterarme vorher sanft. Dafür strecken Sie den Arm nach vorn und ziehen die Hand mit der anderen Hand behutsam nach unten.
Für die Massage selbst eignet sich eine Faszienrolle. Zur Not tut es auch ein Nudelholz oder eine Glasflasche. Legen Sie die Rolle auf einen Tisch und den Unterarm mit der Rückseite darauf. Rollen Sie langsam mit leichtem Druck vom Ellenbogen in Richtung Handgelenk. Mit der anderen Hand können Sie zusätzlich Druck auf den Unterarm geben.
Massieren Sie die Muskulatur des Unterarms und nicht direkt den schmerzenden Knochenvorsprung am Ellenbogen. Größere Rollen fühlen sich sanfter an. Kleine Auflageflächen wie ein Massageball wirken punktueller und intensiver. Ein leichtes Ziehen ist in Ordnung, starke Schmerzen sind es nicht.
Für den Unterarm gibt es neben der großen Faszienrolle auch kleine Rollen und Doppelbälle mit geringer Auflagefläche.
Übungen, die beim Tennisarm helfen
Fachleute empfehlen vor allem ein exzentrisches Training. Dabei wird der Muskel langsam unter Last verlängert. Eine einfache Variante funktioniert so:
- Legen Sie den Unterarm auf einen Tisch, die Hand hängt mit dem Handrücken nach oben über die Kante.
- Nehmen Sie ein leichtes Gewicht in die Hand, zum Beispiel eine kleine Wasserflasche.
- Heben Sie die Hand mit Hilfe der anderen Hand an.
- Senken Sie sie dann ohne Hilfe langsam ab.
Lassen Sie sich die Übung am besten von einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten zeigen. Dort erfahren Sie auch, wie Sie die Belastung steigern.
Wann Sie zum Arzt gehen sollten
Ein Tennisarm heilt oft von selbst, braucht dafür aber Zeit. Lassen Sie die Beschwerden ärztlich abklären, wenn sie nach einigen Wochen nicht besser werden, nach einem Sturz auftreten oder Kribbeln und Taubheit hinzukommen. Wer einen Tennisarm mit Massage behandeln möchte, kann das dabei ansprechen und die Selbstmassage mit den Übungen kombinieren.
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