Die Fußreflexzonenmassage ist eine Methode, bei der Therapeutinnen und Therapeuten mit Daumen und Fingern auf bestimmte Bereiche der Fußsohle drücken. Nach der Lehre entspricht jede dieser Zonen einem Organ oder Körperteil. Wissenschaftlich belegt ist diese Zuordnung nicht. Viele Menschen empfinden die Massage trotzdem als wohltuend und entspannend.

Woher die Fußreflexzonenmassage stammt
Oft ist von einer jahrhundertealten Heilkunst die Rede. Die heutige Form geht jedoch auf das frühe 20. Jahrhundert zurück. Der US-Arzt William Fitzgerald beschrieb damals eine Einteilung des Körpers in Längszonen. In den 1930er Jahren übertrug die Therapeutin Eunice Ingham dieses Modell auf die Füße und zeichnete die bis heute verbreiteten Fußkarten.
In Deutschland machte die Krankenschwester, Masseurin und Heilpraktikerin Hanne Marquardt die Methode bekannt. Laut dem Lehrerverband Hanne-Marquardt-Fussreflex stieß sie 1958 auf das Buch von Eunice Ingham und bot später eigene Kurse an, aus denen ab 1972 mehrere Zentren für die Ausbildung entstanden.
Dasselbe Zonenmodell nutzt die Reflexzonenmassage auch an den Händen. Mit den Reflexzonen am Rücken sind dagegen meist die Headschen Zonen gemeint, Hautbereiche, in die Schmerzen innerer Organe ausstrahlen können. Das ist ein eigenes Konzept aus der Medizin.
Die Zonenlehre der Fußreflexzonenmassage
Nach der Lehre bilden die Füße eine Art Landkarte des Körpers. Grob gilt diese Zuordnung:
| Bereich am Fuß | Zugeordnete Körperregion |
|---|---|
| Zehen | Kopf und Hals |
| Ballen und vorderer Mittelfuß | Brustkorb |
| Fußgewölbe | Bauchraum und Verdauungsorgane |
| Ferse | Becken und unterer Rücken |
| Innenkante des Fußes | Wirbelsäule |
Diese Zuordnung beruht auf Überlieferung und Erfahrung der Behandelnden. Dass einzelne Zonen am Fuß über Nervenbahnen mit bestimmten Organen verbunden sind, ist wissenschaftlich nicht belegt.
Wie eine Fußreflexzonenmassage abläuft
Sie liegen oder sitzen bequem, die Füße sind leicht erhöht. Zu Beginn betrachtet und ertastet die behandelnde Person beide Füße. Danach massiert sie die Zonen mit langsamen, drückenden oder kreisenden Bewegungen der Daumen. Der Druck ist mal sanft, mal kräftiger, empfindliche Stellen behandelt sie oft etwas länger.
Nach den Patienteninformationen des Lehrerverbands dauert eine Behandlung meist 30 bis 40 Minuten, danach folgt eine kurze Nachruhe. Die erste Befundaufnahme zu Beginn einer Serie braucht mehr Zeit. Häufig umfasst eine Serie sechs bis acht Behandlungen.
Empfindliche Stellen deutet die Lehre als Hinweis auf Störungen im zugehörigen Organ. Diese Deutung ist allerdings nicht belegt. Eine Diagnose kann die Massage deshalb nicht ersetzen.
Tipp: Planen Sie nach der Behandlung etwas Zeit zum Nachruhen ein und legen Sie direkt danach keine anstrengenden Termine.
Was die Forschung über die Wirkung weiß
Laut dem US-Nationalzentrum für Komplementär- und Integrativmedizin (NCCIH) ist nicht nachgewiesen, dass die Punkte am Fuß bestimmten Körperteilen entsprechen. In einer Studie mit Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs besserten sich einige Beschwerden wie Atemnot. Andere Beschwerden wie Übelkeit oder Schmerzen änderten sich dagegen nicht.
Für die meisten Erkrankungen reicht die Datenlage nicht aus. Versprechen wie eine Stärkung des Immunsystems, eine Entgiftung des Körpers oder die Behandlung von Organen über die Füße sind nicht belegt. Die Behandlung gilt aber als gut verträglich, auch bei geschwächten Menschen. Sehen Sie sie daher als Wohlfühlanwendung und nicht als Therapie.
Für wen sie sich eignet und wann nicht
Sie passt zu Menschen, die Berührung an den Füßen mögen und abschalten möchten. Verzichten sollten Sie bei offenen Wunden, Verletzungen, Entzündungen oder Pilzinfektionen am Fuß, bei einer Thrombose im Bein sowie bei Fieber und akuten Erkrankungen. Bei Diabetes mit Nervenschäden in den Füßen und bei schweren Herz- oder Gefäßerkrankungen klären Sie die Massage vorher ärztlich ab. Schwangere sprechen vorab mit ihrer Hebamme oder Ärztin.
Fußreflexzonenmassage zu Hause
Einfache Griffe lassen sich auch selbst anwenden, etwa am Abend zur Entspannung. So gehen Sie vor:
- Waschen Sie die Füße, setzen Sie sich bequem hin und legen Sie einen Fuß auf das andere Knie.
- Wärmen Sie den Fuß mit beiden Händen und streichen Sie die Sohle mehrmals aus.
- Drücken Sie mit dem Daumen in kleinen Schritten über die Sohle, von der Ferse bis zu den Zehen.
- Massieren Sie jede Zehe einzeln zwischen Daumen und Zeigefinger.
- Streichen Sie zum Abschluss den ganzen Fuß noch einmal aus.
Der Druck sollte angenehm bleiben. Ein paar Tropfen Massageöl machen die Griffe geschmeidiger. Wer es ohne Zonenlehre mag, gönnt sich eine klassische Fußmassage. Ein Fußmassagegerät nimmt Ihnen die Arbeit ab, ersetzt aber nicht die gezielte Arbeit mit den Händen.
Worauf Sie bei der Wahl der Praxis achten
Die Bezeichnung ist nicht geschützt. Fragen Sie deshalb nach der Ausbildung der Behandlerin oder des Behandlers. Lehrstätten wie die von Hanne Marquardt bieten Kurse für therapeutische Fachkräfte und eigene Kurse für den Wellnessbereich an. Seriöse Anbieter stellen keine Diagnosen über die Füße und schicken Sie bei Beschwerden zum Arzt.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht, denn die Heilmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses führt die Fußreflexzonenmassage unter den nicht verordnungsfähigen Heilmitteln. Manche Zusatzversicherungen beteiligen sich an Behandlungen bei Heilpraktikern. Klären Sie das am besten vorab mit Ihrer Versicherung.
Häufige Fragen zur Fußreflexzonenmassage
Wie unterscheidet sich die Fußreflexzonenmassage von einer normalen Fußmassage?
Eine normale Fußmassage soll vor allem die Füße lockern. Die Fußreflexzonenmassage arbeitet dagegen gezielt nach der Zonenlehre und behandelt die Zonen in einer bestimmten Reihenfolge.
Tut die Behandlung weh?
Einzelne Zonen können empfindlich reagieren. Der Druck sollte aber nie unangenehm stark sein. Sagen Sie Bescheid, wenn es Ihnen zu viel wird.
