Kreuzbeinmassage: Wissenswertes zur Massagetechnik

Eine Kreuzbeinmassage ist eine Massage des unteren Rückens rund um das Kreuzbein. Viele Schwangere empfinden sie als wohltuend, wenn der Rücken in den letzten Wochen schmerzt. Auch während der Wehen kann Druck auf diese Stelle guttun. Die Partnerin oder der Partner kann die Massage nach kurzer Anleitung selbst übernehmen.

Was ist eine Kreuzbeinmassage?

Das Kreuzbein ist der dreieckige Knochen am unteren Ende der Wirbelsäule zwischen den beiden Beckenschaufeln. Bei der Kreuzbeinmassage wird dieser Bereich mit flächigem Druck und kreisenden Bewegungen massiert. Die Wärme der Hände und der Druck lockern die Muskulatur des unteren Rückens.

In der Schwangerschaft verändert sich die Haltung, und das Becken trägt mehr Gewicht. Deshalb ziehen Schmerzen häufig in den unteren Rücken. Unter der Geburt spüren viele Frauen die Wehen ebenfalls stark im Kreuz.

Kreuzbeinmassage während der Geburt

Laut familienplanung.de helfen vielen Gebärenden Berührungen, und auch eine Massage durch die Geburtsbegleitung kann guttun. Zudem nennt das Portal warme Auflagen wie Kirschkernsäckchen als mögliche Linderung.

Ob und wie fest massiert wird, bestimmt immer die Gebärende. Was in einer Wehe hilft, kann in der nächsten schon zu viel sein.

Anleitung: So gelingt die Kreuzbeinmassage

  1. Position: Die Schwangere kniet sich hin und stützt sich auf einen Stuhl, einen Gymnastikball oder das Sofa. Ist das zu anstrengend, geht es auch in der Seitenlage.
  2. Aufwärmen: Streichen Sie zuerst mit beiden Händen flach über den unteren Rücken.
  3. Technik: Massieren Sie dann mit festen, kreisenden Bewegungen die Region zwischen den Beckenkämmen und dem Steißbein. Nutzen Sie dafür die ganze Handfläche, den Handballen oder die Daumen.
  4. Hilfsmittel: Ein Igelball lässt sich ebenfalls über den unteren Rücken rollen.
  5. Intensität: Der Druck muss für die Schwangere angenehm bleiben. Fragen Sie deshalb regelmäßig nach.

Tipp: Manche Frauen empfinden gleichmäßigen Gegendruck mit dem Handballen auf das Kreuzbein als entlastend. Probieren Sie gemeinsam aus, was guttut.

Welches Öl sich eignet

Ein Öl lässt die Hände besser gleiten. Gut geeignet sind milde Pflanzenöle wie Mandelöl, Traubenkernöl, Jojobaöl oder Olivenöl. Ätherische Öle wie Lavendelöl sind dagegen keine eigenständigen Massageöle. Sie kommen höchstens in wenigen Tropfen in ein Pflanzenöl.

In der Schwangerschaft ist bei ätherischen Ölen besondere Vorsicht geboten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät, sie bei Schwangeren und Stillenden möglichst sparsam und vorsichtig einzusetzen. Zudem sollten fast alle ätherischen Öle nur stark verdünnt auf die Haut. Verzichten Sie im Zweifel ganz darauf oder fragen Sie Ihre Hebamme. Welche Sorte passt, hängt außerdem vom Hauttyp und vom Massageöl selbst ab.

Kreuzbeinmassage außerhalb der Schwangerschaft

Auch ohne Schwangerschaft kann die Massage bei Verspannungen im unteren Rücken angenehm sein. Sie lässt sich gut mit einer allgemeinen Rückenmassage verbinden. Bei Schmerzen, die ins Bein ausstrahlen, bei Taubheitsgefühlen oder nach einem Sturz klären Sie die Ursache aber vorher ärztlich.

Ab wann darf massiert werden?

Sanfte Massagen am unteren Rücken sind in der Schwangerschaft grundsätzlich möglich. Bei Blutungen, vorzeitigen Wehen oder Schmerzen sprechen Sie vorher mit Ihrer Hebamme oder Ärztin.