Massageöl: Ölarten, Hauttypen und richtige Anwendung

Massageöl lässt die Hände gleichmäßig über die Haut gleiten, verhindert unangenehme Reibung und pflegt die Haut nebenbei. Für die meisten Anwendungen passt ein mildes Basisöl wie Mandelöl, Jojobaöl oder Traubenkernöl. Bei empfindlicher Haut oder Allergien greifen Sie zu einem Öl ohne Duftstoffe und ohne ätherische Öle, bei einer Nussallergie meiden Sie Mandel- und andere Nussöle. Welches Massageöl am besten passt, hängt außerdem vom Zweck ab, etwa einer entspannenden klassischen Massage, einer kräftigen Massage nach dem Sport oder einer Massage für Kinder.

Was ein gutes Massageöl ausmacht

  • Gleitfähigkeit: Das Öl soll lange genug auf der Haut bleiben, damit die Hände nicht ständig nachlegen müssen.
  • Einziehverhalten: Schnell einziehende Öle eignen sich für kurze Massagen, langsam einziehende für lange Behandlungen.
  • Geruch: Neutral oder dezent, damit er nicht stört und keine Reizungen auslöst.
  • Verträglichkeit: Möglichst wenige Inhaltsstoffe, ohne unnötige Duft- und Farbstoffe.
  • Haltbarkeit: Manche Öle werden schnell ranzig, andere halten lange.

Basisöle im Vergleich

Die Grundlage fast jedes Massageöls ist ein sogenanntes Basis- oder Trägeröl. Die Unterschiede zwischen den Sorten sind größer, als viele denken.

Öl Eigenschaften Einziehen Passt zu
Mandelöl mild, fast geruchlos, pflegend langsam normaler und trockener Haut, langen Massagen
Jojobaöl genau genommen ein flüssiges Wachs, sehr haltbar mittel allen Hauttypen, auch unreiner Haut
Traubenkernöl sehr leicht, kaum fettend schnell fettiger und Mischhaut
Aprikosenkernöl mild, ähnlich wie Mandelöl mittel empfindlicher und reifer Haut
Sonnenblumenöl mild, günstig, leicht verfügbar mittel großen Flächen, Ganzkörpermassagen
Sesamöl wärmend empfunden, typischer Geruch mittel Ayurveda-Anwendungen
Kokosöl unter etwa 24 Grad fest, schmilzt auf der Haut mittel trockener Haut, nicht bei Neigung zu Pickeln
Paraffinöl mineralisch, neutral, praktisch unbegrenzt haltbar gar nicht Allergikern, Praxen mit hohem Verbrauch

Mandelöl gilt als Klassiker, weil es mild riecht, gut gleitet und für die meisten Hauttypen passt. Jojobaöl ähnelt dem natürlichen Hautfett und wird selten ranzig. Traubenkernöl zieht schnell ein und hinterlässt kaum einen Film. Paraffinöl pflegt nicht, ist aber frei von pflanzlichen Allergenen und deshalb in Physiotherapiepraxen verbreitet. Für eine Ayurveda Massage verwendet man traditionell Sesamöl.

Welches Massageöl für welchen Hauttyp?

Trockene Haut

Mandel-, Aprikosenkern- oder Jojobaöl pflegen und ziehen nicht zu schnell ein. Ein paar Tropfen mehr sind hier kein Problem.

Empfindliche Haut

Wählen Sie ein reines Basisöl ohne Duftstoffe und ohne ätherische Öle. Mandelöl oder Jojobaöl sind meist gut verträglich, für Allergiker ist ein neutrales Öl ohne Pflanzenextrakte die sicherste Wahl.

Fettige und unreine Haut

Leichte Öle wie Traubenkern- oder Jojobaöl fetten weniger. Kokosöl und schwere Öle vertragen manche Menschen mit unreiner Haut schlecht, weil sie Pickel begünstigen können.

Neurodermitis und Hauterkrankungen

Bei Neurodermitis, Schuppenflechte oder entzündeter Haut besprechen Sie die Wahl des Öls besser mit Ihrer Hautärztin oder Ihrem Hautarzt. Auf gereizte oder offene Stellen gehört kein Massageöl.

Babys und Kinder

Für die Massage für Kinder eignen sich reine, unparfümierte Pflanzenöle. Ätherische Öle sind für Säuglinge und Kleinkinder ungeeignet.

Allergien und Unverträglichkeiten

Duftstoffe gehören zu den häufigsten Auslösern von Kontaktallergien. Je kürzer die Liste der Inhaltsstoffe, desto geringer das Risiko. Achten Sie außerdem auf diese Punkte:

  • Nussallergie: Mandelöl, Macadamiaöl und Erdnussöl meiden. Traubenkern-, Sonnenblumen- oder Jojobaöl sind eine Alternative.
  • Korbblütler-Allergie: Arnika und Ringelblume gehören zu den Korbblütlern und stecken häufig in Sport- und Pflegeölen.
  • Ätherische Öle: Sie können die Haut reizen und Allergien auslösen, siehe unten.
  • Hauttest: Tragen Sie ein neues Öl zuerst auf eine kleine Stelle in der Armbeuge auf und warten Sie einen Tag. Rötung, Jucken oder Quaddeln bedeuten, dass Sie das Öl nicht verwenden sollten.

Ätherische Öle für Akzente

Den Basisölen lassen sich ätherische Öle zusetzen. Lavendel empfinden viele als entspannend, Eukalyptus und Pfefferminze als frisch und kühlend. Als Faustregel gelten 3 bis 5 Tropfen ätherisches Öl auf 100 Milliliter Basisöl.

Unverdünnt gehören ätherische Öle nicht auf die Haut. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass fast alle ätherischen Öle nur stark verdünnt angewendet werden sollten, sonst drohen Hautreizungen. Auch Allergien sind möglich. Bei Schwangeren, Stillenden, Kindern und Menschen mit Asthma ist besondere Vorsicht geboten. Kampfer und Menthol sind für Säuglinge und Kleinkinder generell nicht geeignet.

Spezielle Massageöle für Sport und Wellness

Wärmende Mischungen mit Ingwer, Zimt oder Chili erzeugen ein Wärmegefühl auf der Haut, das manche als zu intensiv empfinden. Öle für die Massage nach dem Sport enthalten oft Arnika, Beinwell oder Rosmarin. Duftmischungen sind dagegen auf Entspannungsmassagen abgestimmt. Für die Hot Stone Massage wählt man ein Öl, das auch bei Wärme nicht zu dünn wird, etwa Mandel- oder Jojobaöl.

Für erotische Massagen mit Kondom ist Öl ungeeignet, weil es Latex angreift. Dort kommt ein wasserbasiertes Gel zum Einsatz wie bei der Nuru Massage.

Worauf Sie beim Kauf von Massageöl achten

  • Inhaltsstoffe: Eine kurze, verständliche Liste ist ein gutes Zeichen. Bei reinen Pflanzenölen steht oft nur ein einziger Bestandteil auf der Flasche.
  • Gewinnung: Kaltgepresste Öle sind schonend gewonnen, Bio-Ware stammt aus kontrolliert ökologischem Anbau.
  • Flasche: Braunglas oder undurchsichtiger Kunststoff schützt vor Licht, ein Pumpspender verhindert, dass das Öl mit den Fingern verunreinigt wird.
  • Menge: Für gelegentliche Massagen zu Hause genügen kleine Flaschen, die Sie zügig aufbrauchen. Große Gebinde lohnen sich nur bei häufiger Nutzung.
  • Zweck: Neutral für den Alltag und für Allergiker, mit Duft für Wellness, mit Zusätzen nur, wenn Sie diese vertragen.

Massageöl richtig anwenden

Wärmen Sie das Öl vor der Massage an, indem Sie es kurz zwischen den Händen verreiben oder das Fläschchen in warmes Wasser stellen. Kaltes Öl auf der Haut wirkt unangenehm. Geben Sie zunächst etwa einen Teelöffel in die Handfläche und tragen Sie das Öl mit flächigen Streichungen auf. Bei Bedarf legen Sie nach. Zu viel Öl macht die Haut so glatt, dass kräftige Griffe abrutschen.

Nach der Massage nehmen Sie Reste mit einem warmen, feuchten Tuch ab. Massagegeräte mit Stoffbezug vertragen kein Öl, bei Geräten mit Silikonaufsätzen wischen Sie die Aufsätze danach ab. Ein warmes Handtuch, eine rutschfeste Unterlage und ein Spender mit Pumpe sind praktisches Massagezubehör rund um das Öl.

Typische Fehler mit Massageöl

  • Zu viel Öl auf einmal: Die Haut wird rutschig, die Griffe verlieren Halt. Nachlegen ist einfacher als abwischen.
  • Ätherische Öle pur: Unverdünnt reizen sie die Haut, schon wenige Tropfen reichen für eine ganze Flasche.
  • Öl auf gereizter Haut: Auf Sonnenbrand, Wunden oder Ausschlag gehört keine Massage mit Öl.
  • Altes Öl: Ranziges Öl riecht unangenehm und kann die Haut reizen.
  • Kein Schutz für Polster: Ölflecken auf Sofa oder Matratze lassen sich nur mühsam entfernen.

Aufbewahrung und Haltbarkeit

Pflanzliche Öle oxidieren mit der Zeit, Licht und Wärme beschleunigen das. Lagern Sie Massageöl deshalb kühl, dunkel und gut verschlossen. Nach dem Öffnen sind pflanzliche Massageöle je nach Sorte einige Monate bis etwa ein Jahr haltbar. Das Symbol mit dem geöffneten Tiegel und einer Zahl auf der Verpackung gibt an, wie viele Monate das Produkt nach dem Öffnen verwendet werden kann. Jojobaöl hält besonders lange, Traubenkernöl wird vergleichsweise schnell ranzig. Ein ranziger, strenger Geruch zeigt an, dass das Öl nicht mehr auf die Haut gehört.

Flecken und Wäsche

Pflanzliche Öle machen Textilien fleckig. Ein untergelegtes Handtuch schützt Bettwäsche und Sofa. Frische Ölflecken behandeln Sie vor der Wäsche mit etwas Spülmittel. Wichtig für Handtücher, die viel Öl aufgenommen haben: Waschen Sie sie gründlich und trocknen Sie sie nicht heiß im Trockner. Pflanzenöle können sich in warmen Textilstapeln von selbst entzünden.

Massageöl selbst mischen

Ein eigenes Massageöl ist schnell gemacht. Füllen Sie 100 Milliliter eines Basisöls in eine dunkle, saubere Flasche und geben Sie, falls gewünscht, 3 bis 5 Tropfen eines ätherischen Öls hinzu. Gut schütteln, mit Datum beschriften und innerhalb weniger Monate aufbrauchen. Für empfindliche Haut, Kinder und Schwangere lassen Sie die ätherischen Öle weg.

Passende Massageöle bei Amazon

Ein neutrales Öl für empfindliche Haut, ein klassisches Mandelöl und ein lange haltbares Jojobaöl decken die meisten Anwendungen zu Hause ab:

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Naissance Natürliches Süßes Mandelöl (Nr. 215) 1 Liter – Vegan, Gentechnikfrei – Ideal zur Haar– und Körperpflege, für Aromatherapie und als Basisöl für Massageöle
Sala Jojobaöl kaltgepresst BIO kbA 1 L 1000 ml Glasflasche

Häufige Fragen zum Massageöl

Welches Öl eignet sich für empfindliche Haut?

Ein mildes Massageöl wie Mandel- oder Jojobaöl ohne Duftzusätze ist meist gut verträglich. Bei bekannten Nussallergien verzichten Sie auf Mandelöl und wählen einen Ersatz wie Traubenkernöl.

Kann man Speiseöl zum Massieren verwenden?

Reines, kaltgepresstes Pflanzenöl wie Sonnenblumen- oder Olivenöl funktioniert grundsätzlich. Olivenöl ist allerdings zäh und riecht streng, speziell abgestimmte Massageöle ziehen angenehmer ein.

Wie viele Tropfen ätherisches Öl darf man zusetzen?

Als Faustregel gelten 3 bis 5 Tropfen ätherisches Öl auf 100 Milliliter Basisöl. In der Schwangerschaft und bei Kindern ist besondere Vorsicht geboten.

Fleckt Massageöl die Kleidung?

Ja, pflanzliche Öle können Textilien fleckig machen. Ein untergelegtes Handtuch schützt die Unterlage, frische Ölflecken lassen sich mit Spülmittel vorbehandeln.

Wie viel Massageöl braucht man für eine Ganzkörpermassage?

Meist reichen zwei bis drei Esslöffel. Trockene Haut nimmt mehr auf, schnell einziehende Öle müssen Sie häufiger nachlegen.

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