Die Shiatsu-Massage ist eine Behandlungsform aus Japan. Der Name bedeutet übersetzt „Fingerdruck“. Mit Daumen, Händen und Ellenbogen übt die Behandlerin gezielten Druck auf bestimmte Punkte und Leitbahnen des Körpers aus. Im Gegensatz zur klassischen Massage werden die Punkte eher gehalten als ausgestrichen.
Geschichte und Grundgedanke der Shiatsu-Massage
Shiatsu entstand im frühen 20. Jahrhundert in Japan. Die Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland beschreibt die Methode als Berührungsmedizin aus Japan, die in der traditionellen chinesischen Medizin verwurzelt ist. In Europa hat sie sich nach Angaben des Verbands seit etwa 45 Jahren etabliert.
Der Grundgedanke stammt aus dem Konzept der Meridiane, also Leitbahnen, in denen Lebensenergie fließen soll. Staut sich Anspannung entlang dieser Bahnen, soll gezielter Druck sie lösen. Aus westlicher Sicht wirkt vor allem die Kombination aus ruhiger Berührung, gleichmäßigem Druck und bewusster Atmung entspannend.
Ablauf einer Behandlung
Eine Shiatsu-Massage findet bekleidet statt. Sie tragen bequeme, weite Kleidung, Öl kommt nicht zum Einsatz. Behandelt wird meist auf einer Bodenmatte (Futon), manchmal auch auf einer Liege oder einem speziellen Stuhl. Neben Daumen und Händen setzt die Behandlerin auch Ellenbogen und Knie ein. Laut dem Verband dauert eine Sitzung bis zu einer Stunde.
Tut eine Shiatsu-Massage weh?
Der Druck ist deutlich spürbar, sollte aber nicht schmerzen. Eine erfahrene Behandlerin passt die Intensität an Ihr Empfinden an.
Wie oft ist eine Sitzung sinnvoll?
Zur Entspannung genügt eine Sitzung nach Bedarf. Bei anhaltenden Verspannungen wählen viele einen Abstand von zwei bis vier Wochen, ergänzend zu Bewegung im Alltag.
Für wen eignet sich eine Shiatsu-Massage?
Viele Menschen nutzen Shiatsu bei Stress, Verspannungen im Nacken und in den Schultern oder bei Schlafproblemen. Weil bekleidet und ohne Öl gearbeitet wird, empfinden manche die Shiatsu-Massage als besonders zugänglich. Belastbare Belege für eine Heilwirkung gibt es allerdings nicht. Shiatsu versteht sich als Ergänzung zum Wohlbefinden und ersetzt keine ärztliche Diagnose.
Bei akuten Entzündungen, Fieber, frischen Verletzungen, Osteoporose oder in der Schwangerschaft sprechen Sie die Anwendung vorab mit einer Fachperson ab.
Shiatsu-Massage und Akupressur im Vergleich
Beide Methoden arbeiten mit Druck auf bestimmte Punkte. Die Akupressur stammt direkt aus der chinesischen Medizin und konzentriert sich auf einzelne Punkte. Shiatsu nutzt dagegen flächige und punktuelle Berührungen entlang der Leitbahnen. Zudem bezieht es Dehnungen und das sanfte Bewegen der Gelenke ein. Einzelne Massagepunkte lassen sich mit beiden Ansätzen auch selbst drücken, etwa die Stelle zwischen Daumen und Zeigefinger.
Shiatsu zu Hause mit Geräten
Viele Massagekissen und Massagesessel arbeiten mit rotierenden Köpfen, die den Daumendruck nachahmen. Ein Shiatsu-Massagegerät erlaubt so eine regelmäßige Anwendung ohne Termin. Die individuelle Shiatsu-Massage durch ausgebildete Therapeuten kann es aber nicht ersetzen, weil ein Gerät nicht auf einzelne Punkte eingeht.
Was ziehe ich zur Behandlung an?
Am besten bequeme, weite Kleidung aus Naturfasern, in der Sie sich frei bewegen können.
