Die Perineum Massage, auch Damm-Massage genannt, ist eine Massage des Gewebes zwischen Scheide und After. Schwangere wenden sie in den letzten Wochen vor der Geburt an, meist selbst oder mit Hilfe des Partners. Ziel ist ein dehnbareres Gewebe, damit es bei der Geburt seltener zu Verletzungen kommt.
Was eine Perineum Massage bewirken soll
Bei der Geburt muss sich der Damm stark dehnen, wenn der Kopf des Kindes austritt. Dabei kann das Gewebe einreißen. Die regelmäßige Massage soll den Damm darauf vorbereiten. Laut familienplanung.de sind regelmäßige Dammmassagen ab etwa vier bis sechs Wochen vor der Geburt hilfreich, am besten mit einem Hautöl.
Wie groß der Nutzen ist, hat das Faktencheck-Portal Medizin transparent ausgewertet. Demnach kann die Massage bei Erstgebärenden etwa 5 von 100 Frauen einen Dammschnitt ersparen. Bei Frauen, die schon vaginal entbunden haben, ließ sich dieser Effekt nicht zeigen. Ganz verhindern lassen sich Geburtsverletzungen also nicht.
Ab wann und wie oft Sie massieren
Beginnen Sie etwa ab der 34. Schwangerschaftswoche. Wichtiger als die Dauer ist die Regelmäßigkeit. In Studien dauerten die Einheiten 4 bis 10 Minuten und fanden drei- bis siebenmal pro Woche statt. Den passenden Rhythmus besprechen Sie am besten mit Ihrer Hebamme.
Anleitung zur Perineum Massage
- Waschen Sie die Hände gründlich und kürzen Sie die Fingernägel.
- Suchen Sie sich eine bequeme Position, etwa halb sitzend mit angewinkelten Beinen.
- Geben Sie etwas Öl auf die Finger und den Damm.
- Massieren Sie mit ein bis zwei Fingern langsam das Gewebe zwischen hinterer Scheidenwand und After.
- Bewegen Sie die Finger dabei u-förmig und mit leichtem Druck von oben nach unten.
Ein leichtes Spannungsgefühl ist normal. Schmerzen sollten dagegen nicht auftreten.
Tipp: Ein warmes Bad oder eine warme Kompresse vorher macht das Gewebe weicher und die Massage angenehmer.
Milde Öle für die Massage
Für die empfindliche Haut am Damm eignen sich milde, reine Pflanzenöle ohne Duftstoffe, zum Beispiel:
- Mandelöl
- Jojobaöl
- Weizenkeimöl
- Olivenöl
Einige Hersteller bieten zudem spezielle Öle für die Damm-Massage an. Bei einer Nussallergie wählen Sie statt Mandelöl lieber ein anderes Massageöl wie Jojobaöl. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Ihre Hebamme.
Wann Sie auf die Massage verzichten
Verzichten Sie bei Scheideninfektionen, Herpes im Genitalbereich, Blutungen oder vorzeitigen Wehen auf die Massage. Auch bei anderen Komplikationen klären Sie vorher mit Hebamme oder Ärztin, ob die Perineum Massage für Sie infrage kommt.
Gegen Rückenschmerzen in den letzten Wochen hilft vielen Schwangeren zudem eine Kreuzbeinmassage durch den Partner.
