Ein Massagesessel ist ein Sessel mit eingebauter Massagefunktion, der Rücken, Nacken und je nach Modell auch Arme, Beine und Füße massiert. Er ermöglicht eine Massage auf Knopfdruck, etwa beim Fernsehen am Abend. Einen Besuch in der Physiotherapie ersetzt er bei Beschwerden allerdings nicht.
Da die Auswahl inzwischen groß ist, lohnt ein genauer Blick auf Bauart, Funktionen und Platzbedarf. So finden Sie ein Modell, das zu Ihrem Körper und Ihrem Wohnzimmer passt.
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt Sessel mit und ohne Hocker sowie Modelle mit Liegeposition.
- Die Zahl der vorinstallierten Programme unterscheidet sich deutlich.
- Viele Menschen nutzen die Sessel zur Entspannung und zum Stressabbau.
- Größere Modelle bieten eine Massage für den ganzen Körper.
- Typische Techniken sind Shiatsu, Kneten, Klopfen, Rollen und Luftdruck.
Wie funktioniert ein Massagesessel?
Im Rücken des Sessels laufen Massageköpfe auf einer Schiene auf und ab. Ein Motor bewegt sie so, dass sie kneten, klopfen, drücken oder rollen. Luftkissen in Armlehnen, Sitz und Beinteil füllen sich rhythmisch mit Luft und drücken das Gewebe zusammen. Viele Modelle wärmen zusätzlich.
Die Programme laufen auf Knopfdruck ab. Bei besseren Sesseln vermisst ein Körperscan vorher die Form des Rückens, damit die Köpfe die Schultern passend treffen. Laut gesundheitsinformation.de, dem Portal des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, zählen elektrische Massagesessel zu den Hilfsmitteln, die heute neben klassischen Massagen angeboten werden.
Massagesessel: Diese Arten gibt es
Neben Sesseln mit oder ohne Hocker gibt es Modelle für das Wohnzimmer und Bürostühle mit Massagefunktion. Die wichtigsten Techniken im Überblick:
Massagesessel mit Shiatsu-Programmen
Shiatsu ist eine japanische Massageform, bei der vor allem Druck auf bestimmte Punkte zum Einsatz kommt. Sessel mit Shiatsu-Programmen ahmen diesen punktuellen Druck mit ihren Massageköpfen nach. Belege dafür, dass sich auf diese Weise Blockaden lösen lassen, gibt es nicht. Viele Menschen empfinden den Druck aber als wohltuend.
Massagesessel mit Rollenmassage
Hier laufen die Rollen über den Rücken und strecken ihn leicht. Das fühlt sich für viele entspannend an. Wer bereits einen Bandscheibenvorfall hatte, sollte die Anwendung vorher ärztlich oder physiotherapeutisch abklären.
Knetmassage im Massagesessel
Beim Kneten bewegen sich die Massageköpfe kreisend in waagerechter und senkrechter Richtung. Je nach Modell und Programm bearbeiten sie den ganzen Rücken oder einzelne Stellen. Die Intensität lässt sich meist anpassen.
Klopfmassage
Bei der Klopfmassage schlagen die Köpfe in schneller Folge auf Nacken und Rücken bis zum Steißbein. Viele nutzen das bei leichten Verspannungen. Die Technik kennen Sie auch von der klassischen Klopfmassage mit der Hand.
Luftdruckmassage im Massagesessel
Luftkissen in Sitz, Armlehnen und Beinteil füllen sich mit Luft und drücken das Gewebe zusammen. So erreicht der Sessel auch Arme, Waden und Füße. Viele Menschen empfinden das nach einem langen Tag als angenehm für müde Beine.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Die Auswahl an Herstellern und Ausstattungen ist groß. Diese Punkte helfen bei der Entscheidung.
Anpassung an Ihren Körper
Ein guter Massagesessel lässt sich auf Ihre Körpergröße und Ihre Wünsche einstellen. Das ist wichtig, denn nicht überall tut derselbe Druck gut. Idealerweise lassen sich Rückenlehne und Fußteil verstellen. Dann massiert der Sessel Sie sitzend und in einer Liegeposition. Manche Modelle bieten zudem eine Aufstehhilfe, die das Aufrichten erleichtert.
Materialien
Leder und Kunstleder sind robust und lassen sich leicht reinigen. Manche Stoffe sehen nach vielen Anwendungen schnell abgenutzt aus. Achten Sie außerdem auf eine bequeme Polsterung, denn bei längeren Programmen sollte nichts drücken.
Farbe und Design
Die meisten Sessel gibt es in dunklen Tönen, auf denen Abrieb weniger auffällt. Helle Modelle wie Weiß oder Beige sehen elegant aus, können aber abfärbende Kleidung wie dunkle Jeans übel nehmen. Achten Sie hier besonders auf hochwertiges Material.
Maße und Gewicht des Massagesessels
Sitzfläche und Breite sollten zu Ihrer Statur passen. Wichtig ist auch die maximale Belastung, die der Hersteller angibt. Viele Sessel sind sehr schwer und lassen sich kaum bewegen. Manche haben Rollen, die das Verschieben erleichtern. Denken Sie außerdem an den Platz für die Liegeposition und den Abstand zur Wand.
Programme und Techniken
Der größte Unterschied liegt bei den Programmen. Zur Wahl stehen Druckpunkt-, Klopf-, Knet- und Rollenmassage, oft kombinierbar. Bei einem guten Massagesessel stellen Sie Programme zusätzlich selbst zusammen.
Garantie und Service
Fragen Sie vor dem Kauf, wer im Garantiefall repariert und ob ein Techniker ins Haus kommt. Ein großer Sessel lässt sich kaum einschicken. Lange Garantiezeiten sind ein Pluspunkt, lesen Sie aber die Bedingungen, etwa für Bezüge und Luftkissen.
Bedienung und Ausstattung
Ein großes Display oder eine Fernbedienung erleichtert die Steuerung im Liegen. Manche Modelle haben Lautsprecher, einen Getränkehalter oder einen USB-Anschluss für das Smartphone. Prüfen Sie, welche Extras Sie tatsächlich nutzen.
Kundenbewertungen richtig lesen
Bewertungen geben Hinweise auf Lautstärke, Haltbarkeit und Service. Lesen Sie vor allem die ausführlichen Berichte. Am aussagekräftigsten bleibt allerdings das eigene Probesitzen, denn jeder Körper reagiert anders auf die Rollen.
Stromverbrauch des Massagesessels
Der Sessel braucht Strom, vor allem bei Wärme und Luftdruck. Werfen Sie vor dem Kauf einen Blick auf die Angaben des Herstellers zur Leistung. Achten Sie außerdem auf eine Abschaltung im Standby.
Lieferung des Massagesessels
Wegen des hohen Gewichts liefert meist eine Spedition. Achten Sie darauf, dass die Lieferung bis in die Wohnung erfolgt und nicht nur bis zur Bordsteinkante. Fragen Sie auch nach dem Aufbau und der Mitnahme der Verpackung.
Häufige Fragen zum Massagesessel
Welche Hersteller gibt es?
Massagesessel bieten unter anderem Casada aus Paderborn, Inada aus Japan, OSIM aus Singapur und Human Touch aus den USA an. Auch Möbelhersteller führen Relaxsessel mit Massagefunktion. Vergleichen Sie vor allem Technik, Platzbedarf und Service.
Wie gesund sind Massagesessel?
Ein Massagesessel kann bei leichten Verspannungen angenehm sein und beim Abschalten helfen. Wer chronische Schmerzen oder eine Erkrankung der Wirbelsäule hat, bespricht die Anwendung vorher ärztlich oder physiotherapeutisch. Bei Thrombose, Osteoporose, Herzschrittmacher oder in der Schwangerschaft gilt das ebenso.
Wie oft sollte ich den Sessel benutzen?
Viel hilft hier nicht viel. Die meisten Programme dauern 15 bis 30 Minuten, und viele Sessel schalten sich danach automatisch ab. Beginnen Sie mit kurzen, sanften Programmen und steigern Sie sich nur, wenn sich die Massage gut anfühlt.
Lohnt sich ein gebrauchter Massagesessel?
Gebrauchte Modelle können eine Option sein. Prüfen Sie dann alle Programme, die Luftkissen und den Zustand des Bezugs. Klären Sie außerdem, wie Sie den schweren Sessel abholen und transportieren.
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Massagesessel unterscheiden sich vor allem in der Zahl der Rollen, der Airbags und darin, ob sie eine Liegeposition bieten. Achten Sie auf das Gewicht und darauf, ob der Sessel im Raum genug Platz zum Zurückfahren hat.
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