Die schwedische Massage gilt in vielen Ländern als die Standardmassage. Sie arbeitet mit wenigen, klar beschriebenen Handgriffen und braucht kein Hilfsgerät. Ihr Ziel ist es, verspannte Muskeln zu lockern und den Körper zur Ruhe kommen zu lassen.

Woher die schwedische Massage ihren Namen hat
Der Name verweist auf den Schweden Per Henrik Ling. Er entwickelte Anfang des 19. Jahrhunderts ein System aus Gymnastik und Massage. Die heute üblichen Griffnamen wie Effleurage oder Petrissage prägte allerdings vor allem der niederländische Arzt Johann Georg Mezger. Die Bezeichnung ist deshalb eher historisch zu verstehen. In Skandinavien ist die Technik kaum bekannter als bei uns.
In Deutschland entspricht sie weitgehend der klassischen Massage, die auch in Physiotherapie und Massagepraxen zum Einsatz kommt.
Die fünf Grundgriffe
Bei der schwedischen Massage kombiniert die Masseurin oder der Masseur meist fünf Grundgriffe. Die Reihenfolge ist nicht starr festgelegt. Sie richtet sich nach der Körperregion und nach dem, was die behandelte Person gerade braucht.
- Streichungen (Effleurage) mit wenig Druck und etwas Massageöl stehen meist am Anfang und am Ende.
- Knetungen (Petrissage) fassen den Muskel zwischen Daumen und Fingern oder zwischen beiden Händen.
- Reibungen (Friktionen) wirken kleinflächig und erzeugen ein warmes Gefühl auf der Haut.
- Klopfungen mit den Fingern oder der Handkante regen das Gewebe an.
- Vibrationen sind feine, schnelle Zitterbewegungen der Hand.
Alle fünf gehören zu den klassischen Massagegriffen, die auch viele andere Massagearten nutzen.
Ablauf einer schwedischen Massage
Eine Behandlung kann den ganzen Körper oder nur einzelne Regionen umfassen. Als Teilmassage betrifft sie meist Rücken, Nacken und Schultern. Sie liegen dabei auf einer Massageliege, nicht behandelte Bereiche bleiben zugedeckt. Massageöl kommt nur sparsam zum Einsatz, damit die Hände gut greifen können.
Vor dem ersten Termin fragt eine seriöse Praxis nach Vorerkrankungen und Medikamenten. Den Druck können Sie jederzeit ansprechen. Ein leichter Muskelkater am Folgetag ist möglich. Starke Schmerzen sind dagegen ein Grund, den Druck zu verringern.
Wenn Sie die Streichungen zu Hause ausprobieren möchten, etwa mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner, genügt ein mildes Massageöl ohne Duftstoffe. Diese drei Öle eignen sich dafür:
Was die schwedische Massage bewirken kann
Am häufigsten kommt sie bei verspannter Muskulatur zum Einsatz, etwa nach langem Sitzen im Büro oder nach dem Sport. Laut der Patientenausgabe des MSD Manuals wird Massagetherapie vor allem genutzt, um Schmerzen zu lindern, Muskelverspannungen zu lösen und Stress abzubauen. Die schwedische Massage nennt das Nachschlagewerk dabei als eine der gängigen Techniken.
Viele Menschen empfinden die Behandlung als wohltuend. Ob sie Stresshormone wie Cortisol messbar senkt, ist dagegen nicht eindeutig belegt. Bei anhaltenden Beschwerden ersetzt sie außerdem keine ärztliche Abklärung.
Wann Sie vorsichtig sein sollten
Bei Blutgerinnungsstörungen kann Massage zu Blutergüssen führen. Auf Knochen, die von Osteoporose betroffen sind, gehört kein direkter Druck. Auch bei Fieber, entzündeter Haut oder frischen Verletzungen ist eine schwedische Massage nicht ratsam. Diese und weitere Kontraindikationen einer Massage sollten Sie vor dem Termin mit der Praxis besprechen.
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