Eine Massage ist wohltuend und kann helfen, Verspannungen zu lösen. Es gibt aber Situationen, in denen sie mehr schadet als nützt. Fachleute sprechen dann von einer Kontraindikation (Gegenanzeige) für die Massage. Das gilt für medizinische Behandlungen genauso wie für Wellnessmassagen.
Was eine Kontraindikation bei der Massage bedeutet
Eine Kontraindikation liegt vor, wenn eine Behandlung wegen des Gesundheitszustands nicht angewendet werden sollte. Bei einer Massage kann das den ganzen Körper betreffen oder nur eine bestimmte Stelle. Man unterscheidet deshalb grob zwei Fälle:
- Absolute Gegenanzeige: Die Massage sollte gar nicht stattfinden, etwa bei Fieber.
- Örtliche oder relative Gegenanzeige: Eine bestimmte Region wird ausgespart oder nur nach ärztlicher Rücksprache behandelt.
Entzündungen und Hauterkrankungen
Entzündungen auf der Haut können sich durch eine Massage verschlimmern. Das Kneten erhöht die Durchblutung und die Wärme im Gewebe, was Entzündungen eher anfacht. Bei Hauterkrankungen wie Ekzemen oder Pilzinfektionen kommt ein weiteres Risiko hinzu. Erreger können sich auf andere Körperstellen ausbreiten oder die massierende Person anstecken.
Infekte und Fieber als Kontraindikation
Fieber gilt als klare Kontraindikation für jede Massage. Wer krank ist, sollte den Termin deshalb verschieben. Bei Fieber und akuten Infekten ist der Körper bereits stark belastet. Zudem können sich Viren oder Bakterien im Behandlungsraum verbreiten. Bei einer leichten Erkältung ohne Fieber empfinden manche eine sanfte Massage bei Erkältung dagegen als angenehm.
Verletzungen, Narben und Gefäße
Frische Wunden, nicht verheilte Knochenbrüche, frische Muskelrisse und Prellungen sollten nicht massiert werden. Auch frische Narben brauchen Zeit, bevor sie Druck vertragen.
Besonders wichtig sind die Gefäße. Bei einer Thrombose kann Massage ein Blutgerinnsel lösen, das dann in die Lunge gelangt. Diese Lungenembolie ist lebensgefährlich. Krampfadern sollten deshalb ebenfalls nicht direkt massiert werden. Eine bekannte Thrombose ist eine eindeutige Kontraindikation für jede Massage der betroffenen Region.
Weitere Kontraindikationen einer Massage
Laut der Patientenausgabe des MSD Manuals kann Massage bei Blutgerinnungsstörungen zu Blutergüssen und Blutungen führen. Auf Knochen, die von Osteoporose oder Krebsmetastasen betroffen sind, gehört kein direkter Druck. Vorsicht gilt außerdem bei:
- Herzschwäche oder einem frischen Herzinfarkt
- Blutverdünnung durch Medikamente
- Risikoschwangerschaften
- fieberhaften Erkrankungen
- Ekzemen und anderen Hautentzündungen
- frischen Operationen
So gehen Sie vor der Massage mit einer Kontraindikation um
Eine seriöse Masseurin oder ein seriöser Masseur fragt vor der ersten Behandlung nach Ihrem Gesundheitszustand. Dazu gehören chronische Erkrankungen, Medikamente und Operationen in jüngerer Zeit.
Informieren Sie die behandelnde Person deshalb von sich aus über Ihre Beschwerden. Nur dann kann sie Rücksicht nehmen, einzelne Stellen aussparen oder die Behandlung verschieben. Bei einer ärztlich verordneten medizinischen Massage hat die Ärztin oder der Arzt mögliche Gegenanzeigen meist schon geprüft. Im Zweifel gilt, dass eine verschobene Massage besser ist als eine, die schadet.
