Druckwellenmassage: Wissenswertes zur Massagetechnik

Bei einer Druckwellenmassage stecken Beine, Arme oder der Unterkörper in Manschetten oder einer Hose mit mehreren Luftkammern. Ein Gerät füllt diese Kammern nacheinander mit Luft und lässt sie wieder ab. So wandert eine Druckwelle über das Gewebe, meist von den Füßen in Richtung Rumpf. Fachleute sprechen von intermittierender pneumatischer Kompression, kurz IPK.

So funktioniert die Druckwellenmassage

Die Kammern bauen den Druck in einer festen Reihenfolge auf. Dadurch wird Gewebeflüssigkeit in Richtung Herz geschoben, ähnlich wie bei einer manuellen Lymphdrainage. Während der Anwendung liegen Sie entspannt auf einer Liege. Stärke, Tempo und Dauer stellt die Fachkraft am Gerät ein.

Nicht zu verwechseln ist die Methode mit der Stoßwellentherapie. Dort wirken Schallwellen auf das Gewebe, bei der Druckwellenmassage dagegen nur Luftdruck von außen.

Medizinischer Einsatz

In der Medizin ist die Druckwellenmassage gut etabliert. Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie nennt unter anderem diese Einsatzgebiete:

  • Vorbeugung von Thrombosen, wenn keine Medikamente möglich sind
  • Lymphödeme an Armen und Beinen, ergänzend zur Entstauungstherapie
  • schwere chronische Venenschwäche und schlecht heilende Beingeschwüre
  • Schwellungen nach Verletzungen sowie das Lipödem

Für Patientinnen und Patienten gibt es Heimgeräte, die ärztlich verordnet werden können. Laut Leitlinie ist die Methode in keinem Anwendungsgebiet die einzige Möglichkeit, in einigen aber eine wirksame Ergänzung.

Druckwellenmassage in Kosmetik und Wellness

Viele Kosmetikstudios bieten die Druckwellenmassage zur Figurformung an. Dabei wird oft versprochen, dass sich der Umfang von Bauch, Hüfte und Beinen deutlich verringert oder Kilos purzeln. Solche Versprechen sind nicht belegt. Eine Druckwellenmassage verbrennt kein Fett und ersetzt weder Bewegung noch eine ausgewogene Ernährung.

Realistisch ist ein Gefühl leichterer Beine, weil Flüssigkeit aus dem Gewebe abtransportiert wird. Diese Wirkung hält allerdings nur begrenzt an. Auch bei Cellulite verändert sich die Struktur des Bindegewebes nicht dauerhaft, ähnlich wie bei der Anti Cellulite Massage.

Geräte für zu Hause

Neben medizinischen Heimgeräten gibt es frei verkäufliche Geräte mit Luftkammern für Beine und Füße. Sie arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip wie ein Venen-Massagegerät. Bei Schwellungen, deren Ursache unklar ist, sollten Sie ein solches Gerät erst nach ärztlicher Rücksprache nutzen.

Wann eine Druckwellenmassage nicht infrage kommt

Die Leitlinie nennt klare Ausschlussgründe. Keine Anwendung sollte es geben bei:

  • dekompensierter Herzschwäche
  • Thrombose oder Verdacht auf Thrombose sowie ausgedehnter Venenentzündung
  • akuter Wundrose (Erysipel) oder anderen akuten Entzündungen des Gewebes
  • schwerem, nicht eingestelltem Bluthochdruck

Lassen Sie sich deshalb vor der ersten Druckwellenmassage ärztlich beraten, vor allem bei Herz-, Venen- oder Gefäßerkrankungen.