Venen-Massagegerät: Funktion, Typen und Anwendung

Ein Venen Massagegerät arbeitet mit Manschetten, die sich rhythmisch mit Luft füllen und das Bein zusammendrücken. Viele Menschen nutzen es nach langem Stehen oder Sitzen, wenn sich die Beine schwer anfühlen. In der Medizin heißt das Prinzip intermittierende pneumatische Kompression, kurz IPK.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Geräte arbeiten mit an- und abschwellendem Luftdruck in Manschetten.
  • Mehrkammergeräte füllen die Kammern nacheinander vom Fuß zum Oberschenkel.
  • Bei bestimmten Erkrankungen können Ärztinnen und Ärzte ein Gerät als Hilfsmittel verordnen.
  • Bei Thrombose, Thromboseverdacht oder schwerer Herzschwäche ist die Anwendung tabu.
  • Ein Gerät ersetzt keine ärztliche Abklärung von Venenbeschwerden.

Wie funktioniert ein Venen Massagegerät?

Sie legen Manschetten um Fuß, Wade und Oberschenkel und schließen sie mit Klettverschlüssen. Ein Steuergerät pumpt danach Luft in die Kammern und lässt sie in festen Abständen wieder ab. Laut der S1-Leitlinie zur intermittierenden pneumatischen Kompression verbessert das unter anderem den venösen Rückstrom und verringert Schwellungen.

Es handelt sich also nicht um eine klassische Massage mit kreisenden oder knetenden Bewegungen. Das Gerät drückt das Gewebe vielmehr wellenförmig zusammen. Manche Hersteller bieten getrennte Manschetten für Fuß, Wade und Oberschenkel an, andere eine durchgehende Hose oder einen Stiefel.

Venen Massagegerät: Diese Arten gibt es

Geräte mit einer Kammer

Hier hat jede Manschette nur eine Luftkammer. Sie füllt sich als Ganzes und lässt dann wieder los. Ein Druck, der von unten nach oben wandert, ist so nicht möglich.

Geräte mit mehreren Kammern

In diesen Manschetten liegen mehrere Luftkammern neben- oder übereinander. Sie füllen sich nacheinander, sodass eine Druckwelle vom Fuß bis zum Oberschenkel entsteht. Die Leitlinie empfiehlt für die Therapie vorrangig solche Geräte und spricht dabei von Mehrstufengeräten. Überlappende Kammern verhindern unerwünschte Einschnürungen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Kammersystem: Für eine Druckwelle von unten nach oben brauchen Sie ein Gerät mit mehreren Kammern.
  • Druck: Der Druck sollte sich einstellen lassen. Hersteller geben ihn meist in mmHg an. Für die Entstauung venöser Schwellungen nennt die Leitlinie 30 bis 40 mmHg als günstigen Bereich.
  • Abschaltautomatik: Ein Timer beendet die Anwendung, falls Sie dabei einschlafen.
  • Programme: Vorgegebene Programme erleichtern den Einstieg.
  • Manschetten: Achten Sie auf passende Größen für Ihre Beine.

Wer nur die Waden lockern möchte, kommt auch mit einem kleineren Wadenmassagegerät aus.

Für den Hausgebrauch verbreitet sind diese beiden Luftkompressionsgeräte. Prüfen Sie vorher die Ausschlussgründe im nächsten Abschnitt und klären Sie die Anwendung bei einer Venenerkrankung ärztlich ab.

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Wann Sie auf die Anwendung verzichten müssen

Die Leitlinie nennt klare Ausschlussgründe. Dazu zählen eine Thrombose oder ein Thromboseverdacht, eine ausgedehnte Venenentzündung, eine akute Wundrose, eine Herzschwäche mit Wassereinlagerungen und ein schwerer, nicht eingestellter Bluthochdruck. Vorsicht gilt außerdem bei offenen Verletzungen und ausgeprägten Nervenschäden an den Beinen. Klären Sie Beschwerden an den Venen deshalb zuerst ärztlich ab.

Häufige Fragen zum Venen Massagegerät

Welche Hersteller bieten solche Geräte an?

Geräte für den Hausgebrauch gibt es unter anderem von Wellness-Marken wie Beurer, Sanitas und Renpho. Daneben verkaufen Sanitätshäuser medizinische Kompressionsgeräte, die im Hilfsmittelverzeichnis gelistet sind.

Zahlt die Krankenkasse ein Venen Massagegerät?

Bei einer medizinischen Indikation ist das möglich. Geräte zur Kompressionstherapie stehen im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung. Ärztinnen und Ärzte können sie zum Beispiel bei schweren Venenleiden oder Lymphödemen verordnen, als Leihgerät oder dauerhaft. Für reine Wellness-Geräte gilt das nicht.

Wie oft sollte ich das Gerät nutzen?

Für den Wellness-Gebrauch richten Sie sich nach der Anleitung des Herstellers und beginnen mit kurzen Anwendungen. Bei einer Erkrankung legt die Ärztin oder der Arzt Dauer, Häufigkeit und Druck fest.

Hilft es bei Krampfadern oder Wasser in den Beinen?

Die Kompression kann den Rückfluss in den Venen fördern und Schwellungen verringern. Krampfadern beseitigt sie nicht. Wassereinlagerungen können zudem viele Ursachen haben, etwa am Herzen oder an den Nieren. Lassen Sie geschwollene Beine deshalb immer ärztlich abklären.

Ist ein Venen Massagegerät bei Lipödem sinnvoll?

Die Leitlinie führt das Lipödem als mögliche Indikation. Grundlage der Behandlung bleiben aber ärztliche Betreuung, Kompression und Bewegung. Ein Gerät kann die manuelle Lymphmassage durch Fachkräfte zudem nicht vollständig ersetzen.

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