
Ein Elektro Massagegerät arbeitet mit schwachem Reizstrom. Über selbstklebende Elektroden auf der Haut gibt es elektrische Impulse an Nerven und Muskeln ab. Je nach Programm sollen die Impulse Schmerzen dämpfen, verspannte Muskeln lockern oder die Muskulatur trainieren. Für zu Hause gibt es handliche Geräte, die Sie selbst einstellen.
Wie ein Elektro Massagegerät funktioniert
Das Gerät besteht aus einer Steuereinheit und mehreren Elektroden, die über Kabel verbunden sind. An der Steuereinheit wählen Sie Programm und Stromstärke. Die Elektroden leiten die Impulse dort in den Körper, wo Sie sie aufkleben, zum Beispiel am Rücken, am Nacken oder an den Beinen.
Fachlich spricht man von Reizstromtherapie. Für den Heimgebrauch haben sich zwei Verfahren durchgesetzt, die viele Geräte auch kombinieren.
TENS gegen Schmerzen
TENS steht für transkutane elektrische Nervenstimulation. Die Impulse reizen Nervenfasern in der Haut und sollen so die Weiterleitung von Schmerzsignalen dämpfen. Ein TENS-Gerät kommt deshalb vor allem bei Rücken- und Nackenschmerzen zum Einsatz.
EMS für die Muskulatur
EMS bedeutet elektrische Muskelstimulation. Hier sind die Impulse so eingestellt, dass sich die Muskeln zusammenziehen. Ein EMS-Gerät dient daher eher der Lockerung nach dem Sport oder einem gezielten Muskeltraining.
Elektro Massagegerät mit zwei, vier oder acht Elektroden
Geräte für zu Hause unterscheiden sich vor allem durch die Zahl der Kanäle. Ein Kanal steuert jeweils ein Elektrodenpaar.
- Ein Kanal, zwei Elektroden: kompakte Geräte für eine kleine Stelle, etwa den Unterarm oder die Wade.
- Zwei Kanäle, vier Elektroden: Damit behandeln Sie zum Beispiel beide Schultern oder beide Oberschenkel gleichzeitig.
- Vier Kanäle, acht Elektroden: geeignet für große Flächen wie den gesamten Rücken.
Manche Modelle haben zusätzlich eine Wärmefunktion. Daneben gibt es kabellose Geräte, bei denen die Steuereinheit direkt auf dem Pad sitzt.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- TENS, EMS oder beides: Überlegen Sie vorher, ob Sie vor allem Schmerzen lindern oder Muskeln trainieren möchten. Kombigeräte decken beide Bereiche ab.
- Stufen und Programme: Die Stromstärke sollte sich in vielen kleinen Stufen regeln lassen. So tasten Sie sich langsam an eine angenehme Intensität heran.
- Elektroden: Selbstklebende Gel-Elektroden halten gut auf der Haut. Achten Sie darauf, dass es passende Ersatzpads zu kaufen gibt.
- Bedienung: Ein gut lesbares Display und klare Tasten erleichtern die Anwendung, gerade wenn die Elektroden am Rücken kleben.
Wann Sie auf das Elektro Massagegerät verzichten sollten
Reizstrom ist für viele Menschen gut nutzbar, aber nicht für alle. Der Hersteller Beurer nennt in seinem Ratgeber zum Kauf eines TENS-Geräts unter anderem diese Gegenanzeigen:
- Herzschrittmacher
- Schwangerschaft
- Epilepsie
- Herzrhythmusstörungen, hier nur nach ärztlicher Rücksprache
- entzündete Haut, Sonnenbrand oder offene Wunden an der Anwendungsstelle
Lesen Sie außerdem vor der ersten Anwendung die Gebrauchsanweisung Ihres Geräts. Bei Schmerzen, deren Ursache unklar ist, führt der erste Weg zur Ärztin oder zum Arzt. Ein Elektro Massagegerät kann Beschwerden lindern, ersetzt aber keine Diagnose.
Hersteller und Alternativen
Elektro Massagegeräte für zu Hause bieten unter anderem Beurer und Sanitas an, dazu Spezialanbieter wie axion und prorelax. Viele Modelle verbinden TENS und EMS in einem Gerät.
Wenn Ihnen Strom auf der Haut nicht zusagt, ist ein Klopfmassagegerät eine Alternative. Es lockert die Muskulatur rein mechanisch mit schnellen Schlägen.
