Eine medizinische Massage wird gezielt bei Beschwerden eingesetzt. Häufig verordnet sie eine Ärztin oder ein Arzt, durchgeführt wird sie von Physiotherapeuten oder Masseuren. Ziel ist es, verspannte Muskeln zu lockern, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. Viele Menschen empfinden die Behandlung zudem als entspannend.
Was eine medizinische Massage auszeichnet
Bei einer Wellness-Massage stehen Entspannung und Wohlbefinden im Vordergrund. Die medizinische Massage richtet sich dagegen nach einem Befund. Die Therapeutin wählt die Griffe passend zu den Beschwerden aus und behält den Verlauf im Blick.
Typische Griffe sind Streichen, Kneten, Reiben, Klopfen und Vibrieren, wie sie aus der klassischen Massage bekannt sind. Je nach Befund kommen spezielle Formen hinzu, zum Beispiel die Bindegewebsmassage oder die Unterwasserdruckstrahlmassage. Bei Schwellungen durch einen Lymphstau setzen Therapeuten auf die manuelle Lymphdrainage, eine besonders sanfte Technik.
Medizinische Massage auf Rezept
Massagen gehören in Deutschland zu den Heilmitteln. Der Gemeinsame Bundesausschuss legt in der Heilmittel-Richtlinie fest, unter welchen Voraussetzungen Ärztinnen und Ärzte sie zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnen dürfen. Heilmittel müssen verordnet und von speziell ausgebildeten Therapeutinnen und Therapeuten erbracht werden.
Auf der Verordnung stehen die Art der Behandlung und die Zahl der Einheiten. Ist die Serie beendet, prüft die Ärztin, ob weitere Behandlungen sinnvoll sind. Gesetzlich Versicherte leisten in der Regel eine Zuzahlung.
Bei welchen Beschwerden sie eingesetzt wird
Infrage kommt eine medizinische Massage vor allem bei Beschwerden des Bewegungsapparats, etwa bei:
- Verspannungen und Verhärtungen der Muskulatur
- Rücken- und Nackenschmerzen
- eingeschränkter Beweglichkeit nach Verletzungen oder Operationen
- Narben, die das umliegende Gewebe verhärten
Oft ist die Massage Teil einer umfassenderen Behandlung mit Bewegungstherapie. Wie gut sie im Einzelfall hilft, ist je nach Beschwerde unterschiedlich gut untersucht. Bei Rückenschmerzen gilt aktive Bewegung als wichtigster Baustein, eine Massage kann sie ergänzen.
So läuft eine Behandlung ab
Zu Beginn fragt die Therapeutin nach Ihren Beschwerden und tastet die betroffene Region ab. Danach massiert sie meist im Liegen, je nach Bereich in Bauch- oder Rückenlage. Kräftiger Druck auf verhärtete Stellen kann kurz unangenehm sein. Sagen Sie deshalb Bescheid, wenn der Schmerz zu stark wird.
Essen Sie vor dem Termin keine schwere Mahlzeit, vor allem wenn in Bauchlage massiert wird. Nach der Behandlung tut eine kurze Ruhepause gut. Äußern Sie außerdem Ihre Wünsche, etwa zu Raumtemperatur oder zu einem bestimmten Öl.
Wann eine medizinische Massage nicht infrage kommt
Wie jede Therapie hat auch die Massage Grenzen. Zu den wichtigsten Kontraindikationen einer Massage zählen:
- akute Entzündungen und Fieber
- frische Verletzungen, Knochenbrüche und Muskelrisse
- frische Narben und offene Wunden
- akute Thrombosen sowie ausgeprägte Krampfadern im Behandlungsgebiet
- Infektionskrankheiten
- schwere Osteoporose
Bei Herzerkrankungen, in der Schwangerschaft oder bei Krebserkrankungen entscheidet die Ärztin im Einzelfall.
Wer darf eine medizinische Massage durchführen?
Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowie Masseure und medizinische Bademeister. Beide Berufe setzen eine staatlich anerkannte Ausbildung voraus.
